Bitcoin nach Segwit

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Das Bitcoin Netzwerk hat vor kurzem auf Segwit umgestellt und ist somit leistungsfähiger geworden. Jetzt bleibt die Frage, wohin wird sich der Preis entwickeln?

Bis vor kurzem war es so, dass ein Damokles Schwert über Bitcoin hing. Das Netzwerk hatte die Kapazitätsgrenze erreicht. Doch nun ist es so, dass mit der Umstellung auf Segwit deutlich mehr Transaktionen innerhalb eines Blockes stattfinden können, was den Kostendruck im Bitcon Netzwerk reduzieren sollte. Doch die Kosten pro Transaktion sind auch kurz nach der Einführung von Segwit weiter angestiegen. Dies mag zunächst daran liegen, dass viele der Miner am 22.08.2017 auf Bitcoin Cash gewechselt waren. Fast die Hälfte der Miner arbeitete für das Bitcoin Cash Netzwerk und somit stieg (bis zum 22.08. 23:00) die Zahl der Transaktionen in der Warteschlange (Mempool) rapide an und wurde erst allmählich auf ein stabileres Niveau (ca. 30000 Transaktionen) abgebaut.
Doch schon einen Tag später sah die Sache wider anders aus. Der leicht fallende Preis von Bitcoin Cash und der leichte Anstieg des Bitcoin Preises im gleichen Zeitraum scheinen den Vorteil dieses Wechsels wieder wett gemacht zu haben und die Miner wechselten zurück ins Bitcoin Netzwerk. Während dieser Zeit bewährte sich Einführung von Segwit, da die Transaktionen in der Warteschlange am 23.08. auf ein neues Tief zurückfielen. Doch konnte dies nicht den Faktor der wechselnden Hashrate wettmachen und die Transaktionen in der Warteschlange stiegen erneut über den 24.08. bis zum 25.08. auf ca. 70.000 Transaktionen an.
Doch wieder nur für einen Tag. Das, was wir gleich zu Anfang befürchtet hatten, scheint uns noch für eine Weile zu begleiten, nämlich eine stark schwankende hashing Power in beiden Netzwerken. Dies führt dazu, dass die Bitcoin Transaktionskosten noch eine ganze Weile auf einem relativ hohen Niveau bleiben werden. Die durchschnittlichen Kosten pro Transaktion liegen heute bei sage und schreibe 33 Dollar. Dies lohnt sich also nur für grössere oder dringende Überweisungen. Somit dürfen wir erwarten dass Bitcoin weiterhin der Liebling des Big Money bleibt, denn Bitcoin lohnt sich vor allem auf Grund der hohen Transaktionskosten für grössere Investoren. Das könnte sich ändern, wenn die Kosten von ca. 1000 Dollar, um ein Bitcoin zu generieren, sinken. Genau an dieser Stelle kommt Bitcoin Cash ins Spiel.
Bis vor kurzem gab es kaum andere Coins, für die sich der Umstieg grosser Mining Farmen lohnte. Mit Bitcoin Cash ist dies scheinbar anders geworden. Jetzt ist ein grossteil der Miner offen für eine andere Währung und somit fällt die Schwierigkeit im Bitcoin Netzwerk. Das heisst, es ist für die verbliebenen Miner jetzt einfacher und somit günstiger, Bitcoins zu generieren. Dies bleibt so lange günstig, bis die anderen Miner wieder auf Bitcoin zurückschwenken, und zwar so lange, bis sich ein neues Preis Equilibrium findet.

Die hohen Schwankungen machen es neuen Minern aber schwierig, denn es sind vor allem die Planbarkeit der Gewinne, die notwendig sind, die hohen Investitionen in Geräte und die laufenden Kosten für Strom und Wartung zu planen. Diese Planbarkeit ist bei Bitcoin Cash (die letzten drei Tage) eher gegeben, so dass sich eine Investition vor allem an dem Bitcoin Cash Preis als Risikofreies investment, messen muss. Das kann sich natürlich schon in den nächsten Tagen ändern, dennoch ist dieses Szenario auch in der Zukunft sehr wahrscheinlich.

Zudem können nun mehr Transaktionen im Bitcoin Netzwerk stattfinden, so dass die Miner auch hier einen höheren Gewinn aus den Transaktionskosten verbuchen können. Vor allem aber solange die Schwierigkeit(Difficulty) im Bitcoin Netzwerk grosse Sprünge macht, denn dann sind die Nutzer eher geneigt, hohe Transaktionskosten zu bezahlen. Die Miner haben also einen Anreiz, diese Volatilität zu nutzen oder gar selbst zu erzeugen. Somit haben sie auch ein Interesse daran, den Bitcoin Cash Preis zu halten.

Zusammenfassen kann man daraus folgendes schliessen:

Während es anfänglich extrem unsicher war, wie sich das Rennen zwischen Bitcoin und Bitcoin Cash entwickelt, und Bitcoin Cash wie ein normales Alt-Coin behandelt wurde, so sieht es nun eher so aus, als ob sich zwei miteinander verknüpfte Preissysteme ausbilden. Das Rennen zwischen den beiden Währungen scheint erst begonnen zu haben und die Situation bleibt also weiterhin spannend. Allein die Tatsache, dass die Mining Community mit Bitcoin Cash ihre Verhandlungsposition innerhalb der Kryptowährungen stärken kann, zeigt, dass es hier auf vielen Seiten noch grosses Unverständnis über die Marktkräfte gibt.

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