Die Bitcoin Debatte wird noch heißer

Created by Dr.B. | | Bitcoin

Selbst für einen halbwegs technisch versierten Menschen ist die Bitcoin Debatte kaum noch zu verstehen. Kaum hat Bitcoin nach dem Bitcoin cash Hard-Fork die ersten Skalierbarkeitstests überstanden, da droht neues Ungemach.

Wie beschrieben, so hat die Hashrate im Bitcoin Cash Netzwerk zu Lasten der Bitcoin Hashrate, stark zugenommen. Dies hatte bisher nur die erwarteten kurzzeitigen Auswirkungen auf die Bitcoin Transaktionsbandbreite, allerdings bisher  ohne zu kritischen Verschiebungen zu führen[1]. Die Auslastung im Bitcoin Netzwerk war bereits in der Vergangenheit mehrere Male über der Kapazitätsgrenze gelangt was dazu führte, dass Transaktionen länger brauchten, um bestätigt zu werden. Das kann den unangenehmen Nebeneffekt haben, dass der Sender über seine Bitcoins eine Zeit lang nicht verfügen kann, da auch das Wechselgeld noch nicht bestätigt wurde. Doch mittlerweile sind die meisten Miner darauf eingestellt, dass heißt sie suchen bewusst nach den für sie günstigsten Transaktionen und schreiben diese in die Blöcke. So kann ein Nutzer die Dringlichkeit für seine Transaktion erhöhen, indem er z.B. eine Folgetransaktion mit hoher Priorität im Netzwerk absetzt, so dass schließlich beide Transaktionen ausgeführt werden. Wie Nutzer bestätigten, war  dies auch gestern noch ohne Probleme möglich. Momentan scheint es also, als ob die Skalierbarkeit von Bitcoin eher das geringere Problem bedeutet.  

Doch neues Ungemach droht Bitcoin. [Anm: Wie immer!] Die Entscheidung, zunächst die so genannte Segregated Wittnes (SegWit) einzuführen und die Transaktionsblockgösse zu verringern und dann erst die Blockgrösse anzupassen geht auf Kosten der Entwicklungsgeschwindigkeit. Jetzt bricht allerdings einer der wichtigsten Zahlungsanbieter aus und schlägt seinen Nutzern ein Upgrade (SegWit2x) vor, dass die Community erst für später geplant hatte. Wir sehen also, dass die Bitcoin Community sich stets uneinig bleiben wird und jeder Partizipant versuchen wird, seine Eigeninteressen mit allen Mitteln durchzusetzen. Klassisches Täuschen und Stechen ist jetzt an der Tagesordnung und es droht die Gefahr, dass die Nutzer irgendwann gestresst sind und einen vermeintlich sichereren Hafen aufsuchen, bzw. nur noch die stark kapitalisierten Kräfte die Zukunft des Bitcoin Netzwerkes bestimmen werden. Schon jetzt haben die Nutzer und die Knotenpunkbetreiber eine untergeordnete Rolle. Auch das mag erklären, warum viele Nutzer in den vergangenen Monaten aus Bitcoin heraus in andere Währungen diversifiziert haben und Bitcoin nur noch ca. 70 Prozent des Marktkapitals darstellt.
Unter diesem Gesichtspunkt könnte die Diskussion um Bitcoin Cash wieder aufflammen. Im Endeffekt wird Bitcoin Cash momentan fast wie jeder andere Klon (Alt-Coin) behandelt und gehandelt. Das heisst wir dürfen das übliche Pump-and-dump erwarten, dass scheinbar alle neuen Coins hinlegen. Allerdings könnte es auch ein Hafen für all diejenigen werden, die sich von den grossen Anbietern im Bitcoin Bereich abwenden wollen.

Betrachtet man das Risiko, so erhält man zur Zeit für 1 Bitcoin ca. 6 Bitcoin Cash. Dies mag einen kleinen Preis und ein geringes Risiko für einen Nutzer darstellen. Das Potential von Bitcoin Cash ist aber wesentlich weniger klar. Zwar hat Bitcoin Cash es geschafft, einen Grossteil der Hashing Power für sich zu reklamieren, aber bisher wird es weder von der Community noch von den meisten Börsen als gleichwertig erachtet. Ob es jemals gleichwertig zu Bitcoin werden wird ist fraglich. Jedoch könnte es bis November die Rolle eines Backupsystems übernehmen, das bis zum endgültigen "Upgrade" von Bitcoin auf SeWit2x eine gewisse Attraktivität ausüben wird.

Danach werden die Würfel wieder neu gemischt.

 

[1] Update: Am Nachmittag des 23.08.2017 zeigt sich, dass Bitcoin bereits die Hälfte seiner hashing Power verloren hat. Bisher blieb selbst das ohne grossartige Veränderung. Allerdings bleibt es angesichts dieser Tatsache fraglich, wie sich die Stabilität und das Vertrauen in Bitcon  gestalten, vor allem dann, wenn die Hälfte der Miner sich gegen die Währung entscheiden.

Back

Ja, ich möchte auf dem Laufenden Bleiben!

Kein Formular zur Anzeige